An dieser Stelle finden Sie alle alten Ansichtskarten mit Ansichten von Tambach-Dietharz. Die Stadt zählt etwa 4000 Einwohner und liegt am Nordhang des Thüringer Waldes.
Tambach-Dietharz kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Bereits im 10. und 11. Jahrhundert führte vermutlich eine Handels- und Heerstraße durch die Tambacher Mulde über den Kamm des Thüringer Waldes nach Franken mit Anbindung an das süddeutsche Straßennetz. Die strata magna und die communis strata hatten ihre Blütezeit im 14./15. Jahrhundert.
Tambach ist seit 1251 urkundlich bezeugt. Einer der Vögte zu Waldenfels war um 1265 Eckehard, Ritter von Hochheim, der Vater des berühmt gewordenen Philosophen und Theologen Meister Eckhart, der um 1260 geboren wurde. 1293 überließen die Herren von Meldingen das Dorf dem Kloster Georgenthal. Tambach schloss sich 1919 mit dem benachbarten Ort Dietharz zu Tambach-Dietharz zusammen. Die Gemeinde erhielt 1925 das Stadtrecht.
Von besonderer Bedeutung für die Stadt ist die Beziehung zu Martin Luther. Dieser war auf dem Konvent in Schmalkalden, auf dem die Schmalkaldischen Artikel im Februar 1537 unterzeichnet wurden, an einem Blasen- oder Nierenleiden schwer erkrankt. Er trat die Heimreise nach Wittenberg über Tambach-Dietharz an. Hier wurde er, nachdem er vom Wasser des heutigen Lutherbrunnens getrunken hatte, von seinen Leiden erlöst und er schrieb an seinen Freund Melanchthon „… aus Tambach, dem Orte, da ich gesegnet wurde, denn hier ist mein Phanuel, an dem mir Gott erschienen ist.“ Dies war der Anlass, im Jahre 1717 zum Reformationsjubiläum im Tammichgrund einen Brunnen als Lutherbrunnen (aus diesem soll das Wasser entnommen worden sein) zu bezeichnen. Welchen Weg der kleine Reisezug von Schmalkalden über den Rennsteig nach Tambach genommen hat, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei ermitteln.
Am 19. Dezember 1892 erhielt Tambach-Diezharz mit der Stichstrecke von Georgenthal aus den lang ersehnten Bahnanschluss. Am 1. September 1969 wurde der Personenverkehr jedoch wieder eingestellt, die Infrastruktur allerdings für den verbleibenden Güterverkehr, der bis 1995 anhielt, saniert.
Eine so geschichtsträchtige Stadt wie Tambach-Dietharz hat natürlich viele reizvolle Motive für Ansichtskarten zu bieten. Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten zählt beispielsweise die ev.-luth. Bergkirche in Dietharz, die bereits seit 1040 existiert.
Die ev.-luth. Lutherkirche in Tambach wurde 1537 von Luther aufgesucht, als er eine Rastpause im Ort hatte. Sie wurde 1684 und 1842 durch Brände beschädigt, die heutige Kirche wurde 1844 geweiht.
Es existieren auch mehrere Naturdenkmäler wie der Falkenstein, ein 96 Meter hoher, frei stehender Porphyrfelsen. Er ist ein beliebtes Wanderziel. Der Weg Luthers von Schmalkalden nach Tambach-Dietharz ist als Martin-Luther-Weg ausgeschildert und ist heute ein Wanderweg.
In Tambach-Dietharz münden sieben Täler, die Ausgangspunkte für Wanderungen sein können, darunter das Spittertal, an dessen Ende man den Spitterfall (höchster natürlicher Wasserfall Thüringens) erreicht. In der Nähe liegt die Ebertswiese mit einem Bergsee und Gastwirtschaften.
Aus dem Schmalwassergrund wurde die Talsperre Schmalwasser.
Am Bromacker bei Tambach-Dietharz befindet sich die bedeutendste Fundstätte von Ur-Reptilien außerhalb Amerikas und zugleich die weltweit ergiebigste. Die Fundstätte wurde 1974 durch den Paläontologen Dr. Thomas Martens entdeckt. Unter anderem wurde hier das vollständige Skelett des „Tambacher Ursauriers“ Diadectes absitus gefunden, der vor etwa 290 Millionen Jahren lebte. Zuletzt wurde 2006 das Skelett eines Pelycosauriers gefunden.

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