Hier sind alle alten Ansichtskarten von Engelsbach zu finden. Die thüringische Stadt zählt 258 Einwohner und ist seit 1996 in Leinatal eingemeindet. Seit 1977 gehörte Engelsbach zum Gemeindeverband Friedrichroda.
Der Ortsname Engelsbach tritt als Egenholdesbach im Jahr 1306 erstmals urkundlich in Erscheinung, zu diesem Zeitpunkt befand sich im heutigen Siedlungsbereich ein Klosterhof. An der Einmündung des Engelsbachs in die Leina befindet sich heute die Engelsbacher Mühle – in ihrem Umfeld könnte der namensgebende Gutshof gelegen haben. Das in einem kleinen Seitental westlich der Mühle gelegene Dorf lag in Sichtweite der Tannenburg, die den Aufstieg der mittelalterlichen Straßen im Bereich Schönau vor dem Walde und Finsterbergen überwachte und zuletzt im Thüringer Erbfolgekrieg in Erwähnung fand.
Ein Großbrand hatte 1769 das Dorf heimgesucht, 25 der 33 Höfe und Wohnhäuser waren dieser Katastrophe zum Opfer gefallen. Für die Bewohner des Ortes waren die Waldgewerke die wichtigste Erwerbsgrundlage, Bergbauversuche waren schon im 16. Jahrhundert eingestellt worden, die landwirtschaftliche Anbaufläche war gering. Um 1813 betrieben die Einwohner auch Leineweberei im Nebenerwerb. Seit Mitte des 19. Jahrhundert erwarb Engelsbach eine gewisse Bedeutung als „Waschküche“ Thüringens, die im Ort aufkommende Lohnwäscherei hatte dank des weichen Quellwassers lange Zeit eine Chance gegenüber den industriellen Dampfwäschereien und -bügelanstalten. Dieser Dienstleistungszweig konnte sich bis in die 1950er Jahre im Ort halten und wurde besonders von Gothaer und Erfurter Textilreinigungsbetrieben genutzt.
Im Zentrum des Ortes trifft man auf eine Besonderheit: die ehemalige Dorfschule und eine kleine evangelische Kirche befinden sich als Simultankirche unter einem Dach.
Durch den Engelsbacher J.G. Oschmann wurden im 18. Jahrhundert die sogenannten „Paradiessteine“ in Gotha erworbenen. Es handelt sich dabei um zwei großformatige Bildsteine aus dem 16. Jahrhundert, die in Gothaer Gebäuden („Haus zum Paradies“ und in der Rathausfassade) eingemauert waren, aber später dem Zeitgeschmack nicht mehr entsprachen und als Abbruchmaterial versteigert wurden.
Die „Thüringerwald-Perle“ ist eine Schauwerkstatt für die Herstellung von Glasschmuck und befindet sich im östlichen Teil der Ortslage. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich im Landkreis Gotha etwa 14.000 Heimatvertriebene, davon viele aus der Region Gablonz an der Neiße niedergelassen. Besonders um Friedrichroda und Ohrdruf entstanden so neben dort bereits vorhandenen Puppenmanufakturen, genossenschaftlich organisierte Kleinbetriebe der Täschner und Schmuckgürtler und die Werkstätten der Knopfmacher, Glasgestalter und kunsthandwerklichen Bijouteriewarenhersteller.
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